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BibliotheksmitarbeiterInnen

"Interview" mit der Bibliotheksmitarbeiterin Margareta Meßner

Liebe Greti!

Du arbeitest nun schon knapp zwanzig Jahren ehrenamtlich in der Öffentlichen Bücherei der Pfarre Neumarkt im Mühlkreis mit, das ist ein beachtlicher Zeitraum. Warum hast du dich damals dazu entschlossen, da mitzuhelfen?

Was gefällt dir an der Arbeit besonders?

Greti: Ich bin nach meiner Pensionierung gefragt worden, ob ich mitarbeiten möchte, das war vor 18 Jahren. Ich habe immer gern und viel gelesen, lange die Bücher meiner Kinder. In der Bücherei ist immer die neueste Literatur zur Verfügung. Inzwischen kenne ich mich bei der Kinder- und Jugendliteratur nicht mehr so gut aus. Ich versuche aber, die Neuanschaffungen zu lesen, damit ich darüber Auskunft geben kann.

Worin liegt die größte Veränderung zu früher?

Greti: Das Auffallendste ist natürlich unsere neue Bücherei. Die Kinder haben sich sehr bald mit ihrem neuen Bereich angefreundet und steuern die Stiege in die Galerie an. Bei den Büchern habe ich den Eindruck, dass sie einem schnelleren Wechsel unterworfen sind. Kaum ist ein Buch erschienen, gibt es schon zwei, drei neue. DVDs und CDs sind kaum noch gefragt. Hörspiele werden lieber über die Tonies abgespielt.

Warum glaubst du, kann sich die Bücherei "sehen lassen"? Was zeichnet diese aus? 

Greti: Wir sind eindeutig topaktuell, bei der Literatur und auch bei Zeitschriften. Bei uns stehen viele neue Kinder- und Jugendbücher in den Regalen, Abenteuergeschichten oder bezogen auf ein bestimmtes Thema, wie Glück, Fremdsein, Behinderung, Mobbing - altersgemäß aufbereitet. Wir bemühen uns um eine freundliche Beratung unserer "Kund*innen" und erfüllen auch gerne einmal eine Bücherwunsch.
Ganz besonders wird von unseren kleinen Besucher*innen "Die Geschichte aus dem Sack" geliebt.

Gibt es etwas, das verbesserungswürdig und ausbaufähig ist?

Greti: Für mich passt das Angebot so, wie es ist. Wichtig ist, dass wir auf Wünsche und Anregungen entsprechend unseren Möglichkeiten reagieren.

Wie würdest du dein Leseverhalten beschreiben?

Ich bin eine Schnell- und Vielleserin, lese aber ein Buch, das mir gefallen hat, gern noch einmal oder ich besorge es mir zum Nachlesen. Von den Themen her lese ich "quer durch das Angebot": viele Krimis, Romane über die Kriegs- und Nachkriegszeit, Schicksale aus dem vorigen Jahrhundert und Romane mit "Botschaft". Dazwischen auch Zeitschriften.

Welches Buch sollte man unbedingt gelesen haben?

Auf ein Buch kann ich mich gerade nicht festlegen, aber die Bücher von Marie Lund über drohende Szenarien zur Umweltzerstörung, oder von Mareike Fallwickl über soziale Probleme haben mich sehr beeindruckt. Ein Buch, das der Seele guttut, ist vielleicht "Der Schacherzähler" von Judith Pinnow.

Liebe Greti, vielen Dank, dass du dir dafür Zeit genommen hast!

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"Interview" mit der Bibliotheksmitarbeiterin Martha Tröls

Liebe Martha!

Du bist ein Urgestein, was deine ehrenamtliche Mitarbeit in der Öffentlichen Bücherei der Pfarre Neumarkt im Mühlkreis betrifft. Sage und schreibe 25 Jahre bist du nun schon dabei.

Im Folgenden bitte ich dich darum, die von mir formulierten Aussagen zu vervollständigen.

  • Ich habe mich damals dazu entschlossen, in der Bücherei mitzuhelfen, weil ich Bücher schon immer spannend gefunden habe und sehr gerne lese.
  • An der Arbeit gefällt mir besonders das Kennenlernen der Lesegewohnheiten vom Kindergartenkind bis zu den Großeltern.
  • Die größte Veränderungen zu früher ist für mich die digitale Arbeit. Sie stellt gleichzeitig eine enorme Herausforderung dar.
  • Die neuen Bibliotheksräumlichkeiten strahlen eine gemütliche Atmosphäre aus und sind viel übersichtlicher.
  • Verbesserungswürdig ist meines Erachtens nichts, denn wir haben eine neue Bücherei und und viele engagierte MitarbeiterInnen.
  • Bezüglich des Medienbestandes möchte ich erwähnen, dass es mich freut, dass uns die LeserInnen bezüglich der Aktualität der Bücher loben.
  • Mein Leseverhalten würde ich so beschreiben: Quer durch den Gemüsegarten, wobei Krimis nicht an erster Stelle stehen.
  • Diese Werke sollte man unbedingt gelesen haben: "Der Gesang der Flusskrebse" von Delia Owens und "Der Klang von Licht" von Clara Maria Bagus

Liebe Martha, vielen Dank, dass du dir dafür Zeit genommen hast!

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Interview mit der Bibliotheksmitarbeiterin Susanne Füreder

Liebe Susanne, du hast jüngst begonnen, ehrenamtlich in der Öffentlichen Bücherei der Pfarre Neumarkt im Mühlkreis mitzuarbeiten.

Warum hast du dich dazu entschlossen, da mitzuhelfen? Wie bist du überhaupt dazu gekommen?

Susanne: Seit ich lesen kann, habe ich meine Nase sehr gerne in Bücher gesteckt. Nachdem ich Ende 2018 der Liebe wegen von Vorchdorf hierher gezogen bin, hatte ich schon eine Zeit lang mit dem Gedanken gespielt, mitarbeiten zu wollen. Ganz nach dem Motto "Gut Ding braucht Weile" habe ich schlussendlich erst Ende letzten Jahres bei Christian angefragt, ob noch jemand für die Mitarbeit gesucht wird. Nach einem kurzen Gespräch konnte ich meinen ersten Dienst auch schon antreten.

Hattest du schon immer einen Bezug zur Bücherei?

Susanne: Der Bezug hat sich erst richtig ergeben, als wir für unsere ältere Tochter Hannah 2019 das Buch-Geschenk zur Geburt aussuchen durften. Von da an haben wir begonnen, uns hin und wieder etwas zu entlehnen.

Warum glaubst du, kann sich die Bücherei "sehen lassen"?

Susanne: Auf jeden Fall! Die Auswahl an Medien ist vielseitig und ich denke, es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Den lichtdurchfluteten Raum finde ich sehr einladend und wenn nach einem weiteren Um- bzw. Zubau die Stiege und Empore fertig gestellt sind, wirkt es bestimmt nochmals ganz besonders.

Wie würdest du dein Leseverhalten beschreiben?

Susanne: Derzeit lese ich meist abends, wenn unsere Kinder Hannah, 4 Jahre, und Jakob, 2 Jahre, im Bett sind. Je nachdem, wie ich Zeit dazu finde, welches Thema mich gerade interessiert oder welches Buch mir ins Auge springt.Bei meiner Matura, welche bald 20 Jahre zurück liegt, hatte ich Deutsch zusätzlich mündlich gewählt, mit dem Schwerpunkt Kriminalliteratur. Dieses Genre ist mir bis heute am liebsten. Auch die Psychothriller von Sebastian Fitzek haben mich in ihren Bann gezogen, oder die ein oder andere Biographie.

Wie siehst du diesem "jungen" Jahr in Bezug auf das Lesen entgegen?

Susanne: Ich freue mich, wenn ich wieder ein gutes Buch vollständig gelesen schließen kann und hoffe, dass es dieses Jahr einige mehr als im vergangenen Jahr sein werden. Hier werde ich auch der „altmodischen“ Variante treu bleiben - für mich ist ein E-Reader einfach nicht so „wertvoll“ als ein Buch, in dessen Seiten man von Hand Blättern kann.

Welches Buch muss man unbedingt gelesen haben?

Susanne: Ein Spezielles kann ich nicht nennen - da gibt es einfach zu viele. Die „Grant-County- und Will-Trent-Serien“ von Karin Slaughter kann ich Krimi-Fans empfehlen. Unsere Kinder lauschen im Moment begeistert den in Reimen geschriebenen Büchern von Rachel Bright, wie „Der Löwe in dir“ oder ganz neu erschienen „Der Gecko und das Glück des Gebens“.

Liebe Susanne, vielen Dank für die Beantwortung der Fragen!

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Interview mit der Bibliotheksmitarbeiterin Verena Blümke

Liebe Verena, du arbeitest seit einigen Monaten ehrenamtlich in der Öffentlichen Bücherei der Pfarre Neumarkt im Mühlkreis mit.

Warum hast du dich dazu entschlossen, da mitzuhelfen? Wie bist du überhaupt dazu gekommen?

Verena: Also zum einen hat mich Christian Diesenreiter darauf angesprochen, ob das nicht etwas für mich wäre und zum anderen hat mir die Stimmung in der Bücherei schon immer gut gefallen. Es sind immer nette Menschen dort und man sitzt dort wie in einer Schatzkiste voller Abenteuer, die sich in den Büchern abspielen (für mich ist es jedenfalls so).

Hattest du schon immer einen Bezug zur Bücherei?

Verena: Wir sind 2019 nach Neumarkt gezogen und seither besuchen wir die Bücherei.

Was gefällt dir an der Arbeit besonders?

Verena: Der Kontakt mit den Menschen.

Warum glaubst du, kann sich die (neue) Bücherei "sehen lassen"?

Verena: Die neue Bücherei ist ein heller und offener Raum geworden mit tollem Inhalt, nämlich tollen Büchern, Spielen und Zeitschriften.

Wie würdest du dein Leseverhalten beschreiben?

Verena: Ich lese meist abends vor dem Einschlafen und wenn ich dann ein richtig spannendes Buch habe, dann bekomme ich zu wenig Schlaf.

Wie siehst du dem neuen Jahr in Bezug auf das Lesen entgegen?

Verena: Ich möchte gerne mehr lesen und habe vor, beim Lese-Marathon mitzumachen.

Welches Buch muss man unbedingt gelesen haben?

Verena: Ich lese meist Krimis und mag die Dupin-Krimis von Jean-Luc Bannalec sehr gerne, aber das schönste Buch, welches ich bisher gelesen hab,e ist „Fluchtstücke“ von Anne Michaels.

Liebe Verena, vielen Dank für die Beantwortung der Fragen!

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Interview mit der Bibliotheksmitarbeiterin Christina "Nina" Böhmdorfer

Liebe Nina, du arbeitest seit wenigen Wochen ehrenamtlich in der Öffentlichen Bücherei der Pfarre Neumarkt im Mühlkreis mit.

Warum hast du dich dazu entschlossen, da mitzuhelfen? Wie bist du überhaupt auf die Idee gekommen?

Nina: In der Pfarrzeitung habe ich gelesen, dass noch Helferinnen gebraucht werden, da habe ich mich gemeldet.

Hattest du schon immer einen Bezug zur Bücherei?

Nina: Als wir im Jahr 2014 nach Neumarkt gezogen sind, sind wir sehr bald in die Bücherei gekommen. Früher haben wir uns regelmäßig Bücher in der Linzer Stadtbibliothek geliehen.

Was gefällt dir an der Arbeit besonders?

Nina: Ich schätze den Kontakt und das Gespräch mit den Menschen, die in die Bücherei kommen. … und inmitten der ganzen Bücher sitzen und aus dem Vollen zu schöpfen ist auch schön!

Warum glaubst du, kann sich die (neue) Bücherei "sehen lassen"?

Nina: Der neue Raum im Pfarrheim ist sehr gelungen – hell, freundlich und einladend, wie ich finde.

Gibt es etwas, das deines Erachtens weniger gelungen ist?

Nina: Da fällt mir nichts ein.

Wie würdest du dein Leseverhalten beschreiben?

Nina: Ich bin Parallel-Leserin. Ich habe immer mehrere Bücher mit Lesezeichen herumliegen, mit denen ich mich beschäftige.

Welche Bücher bzw. Gattungen bevorzugst du?

Nina: Quer durch den Gemüsegarten, Sachbücher und Belletristik.

Wie siehst du dem Herbst in Bezug auf das Lesen entgegen?

Nina: Wenn’s früher finster wird, hat man abends mehr Zeit zum Lesen!

Welches Buch muss man unbedingt gelesen haben?

Nina: Florian Aigner: Die Schwerkraft ist kein Bauchgefühl (Der Autor stammt übrigens aus Freistadt.)

Liebe Nina, vielen Dank für das Interview!

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"Interview" mit der Bibliotheksmitarbeiterin Nadine Tscholl-Jagersberger

Liebe Nadine!

Du arbeitest nun seit ein paar Monaten ehrenamtlich in der Öffentlichen Bücherei der Pfarre Neumarkt im Mühlkreis mit. Im Folgenden bitte ich dich darum, die von mir formulierten Aussagen zu vervollständigen.

  • Ich habe mich dazu entschlossen, in der Bücherei mitzuhelfen, weil ich das Lesen sehr wichtig finde und schon als Kind sehr gerne gelesen habe. Außerdem wollte ich mich ehrenamtlich engagieren und da passte das natürlich sehr gut, dass in der Pfarrbücherei neue MitarbeiterInnen gesucht wurden.
  • An der Arbeit gefällt mir besonders der Kontakt zu den Leuten und die Gespräche, die sich ergeben. Und natürlich die vielen Bücher, die mich umgeben.
  • Ich bin angetan/nicht angetan von den neuen Bibliotheksräumlichkeiten, da sie so hell, gemütlich und freundlich sind und zum Schmökern und Verweilen einladen.
  • Verbesserungswürdig und ausbaufähig ist meines Erachtens der Lese-Sitz-Bereich - besonders für Kinder direkt bei den Kinderbüchern fände ich einen sinnvoll.
  • Bezüglich des Medienbestandes möchte ich erwähnen, dass wir eine große Auswahl haben und für jede/n etwas dabei ist.
  • Mein Leseverhalten würde ich so beschreiben: Ich lese viel und gerne. Im Winter mehr als im Sommer, weil die Gartenarbeit wegfällt.
  • Ich bevorzuge Romane, Biografien und wahre Geschichten und Sachbücher, die für mich, aber auch für meine Arbeit interessant und hilfreich sind. Ab und zu lese ich auch Krimis und immer wieder auch englischsprachige Bücher.
  • Diese Werke sollte man unbedingt gelesen haben: Da müsste ich eine ganze Liste anführen, deshalb beschränke ich mich auf drei Werke: "Das mutige Leben einer blinden Chinesin“ von Lucy Ching, „Das Geheimnis eines guten Lebens - Erkenntnisse eines Trauerredners" von Carl Achleitner und „Das Kind in dir muss Heimat finden" von Stefanie Stahl.

Liebe Nadine, vielen Dank, dass du dir dafür Zeit genommen hast!

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Interview mit den Bibliotheksmitarbeiterinnen Valerie Paar und Matthia Hangler

Liebe Valerie, liebe Matthia!

Ihr arbeitet seit Frühling dieses Jahres im Team der Bücherei mit. Mit euren 13 Jahren seid ihr die Jüngsten bei uns. Es freut uns sehr, dass ihr euch ehrenamtlich in der Öffentlichen Bücherei der Pfarre Neumarkt im Mühlkreis engagiert.

Wie kam es dazu? Was sind eure Motive für die Mitarbeit in der Bücherei?

Valerie: Wir haben ja ein Praktikum hier gemacht und es hat mir dann sehr gut gefallen, also habe ich beschlossen, hier mitzuarbeiten.

Matthia: Ich wollte mir einmal den Beruf Bibliothekar*in ansehen und hier mitarbeiten, das hat mich dann irgendwie gefesselt und ich bin geblieben.

Was gefällt euch an der Arbeit besonders?

Valerie: Ich mag es, von Büchern umgeben zu sein und auch den Kund*innenkontakt schätze ich.

Matthia: Ich mag es, die Bücher zu sortieren, weil mir das ein Gefühl von Ordnung gibt und ich diese liebe.

Sollten sich eurer Meinung nach mehr junge Menschen (ehrenamtlich) engagieren?

Valerie: Mir persönlich macht die Arbeit in der Bibliothek Spaß, also fühlt es sich wenig wie Arbeit an, sondern eher wie eine nette Freizeitbeschäftigung. Also finde ich, dass sich Kinder/Jugendliche gerne engagieren dürfen, allerdings sollte es ihnen spaß machen.

Matthia: Es ist meiner Meinung nach ein sehr guter Einstig in die Berufswelt, aber ich finde, ob man sich (ehrenamtlich) engagieren möchte, kann jede*r für sich entscheiden.

Warum glaubt ihr, kann sich die Bücherei "sehen lassen"? Was zeichnet diese aus?

Valerie: Ich finde es alleine schon großartig, dass es in einem eher kleinen Ort wie Neumarkt eine Bücherei gibt, die auch noch ein relativ großes Mediensortiment hat.

Matthia: Ich mag es, dass sie sehr heimelig eingerichtet ist und den familären Umgang zwischen allen Personen, die die Bibliothek besuchen und den Mitarbeiter*innen.

Gibt es etwas, das verbesserungswürdig und ausbaufähig ist?

Valerie: Ich fände ein paar Sitzkissen o.Ä. toll.

Matthia: Ich hätte nichts gegen eine größere Auswahl einzuwenden, aber das wird es platzmäßig wohl nicht spielen.

Wie würdet ihr euer Leseverhalten beschreiben?

Valerie: Ich liebe es zu lesen und mache das auch in jeder freien Minute.

Matthia: Also ich halte es kaum eine Woche ohne Buch aus und je nachdem, wie gut das Buch ist, ist das schon mal an einem Nachmittag gelesen.

Welche Bücher bzw. Gattungen bevorzugt ihr?

Valerie: Egal ob Krimi, Liebesroman oder Fantasy - ich lese aus jedem Genre etwas.

Matthia: Ich lese am liebsten Liebesromane.

Welches Buch sollte man unbedingt gelesen haben?

Valerie: Ich finde "Harry Potter" sollte man auf jeden Fall gelesen haben, aber "Alea Aquarius" ist auch sehr gut.

Matthia: Meine absoluten Favouriten sind "Die drei !!!" und viele Bücher von Collen Hoover.

Liebe Valerie, liebe Matthia, vielen Dank für das Interview!

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Mein erster Dienst in der neuen Bücherei - ein zauberhafter Anfang mit allen Sinnen

Vor etwa eineinhalb Jahren schrieb ich an dieser Stelle einen Bericht zum Thema "Mein erster Dienst in der 'neuen' Bücherei". Der Titel ist nahezu ident, lediglich die Anführungszeichen unterscheiden beide Überschriften. Der Grund liegt darin, dass es sich damals um eine Schilderung meiner Eindrücke in Bezug auf das "Ausweichquartier" am Marktplatz 4 handelte, sozusagen um eine vorübergehend geschaffene Bleibe.

Jetzt ist der Bibliotheksraum tatsächlich neu, ohne Anführungszeichen, denn es handelt sich - auch wenn es sich für mich noch etwas unwirklich anfühlt - um die nigelnagelneue, in jeder Hinsicht wunderbar gelungene Pfarrbücherei.

"Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben." Bereits auf dem Weg in Richtung des neu errichteten Pfarrheims - das sich ins Ortsbild herausragend einfügende Gebäude sieht man unmittelbar nach dem Verlassen des Marktplatzes - bemerkt ich so etwas wie Aufregung, natürlich rational völlig unbegründet, und auch nicht unbedingt unangenehm. Vermutlich ist es das Neue, das Unbekannte, das Unvorhersehbare, das Überraschende, das für dieses Gefühl, das mit dem Betreten des Pfarrhofvorplatzes eher mehr als weniger wird, verantwortlich ist.

Mit dem Eintreten durch die Hauptpforte des pfarrlichen Hauses war die "Ablenkung" in verschiedenster Weise derart groß, dass die Nervosität sozusagen nicht mehr in der Art wahrgenommen werden kann. Vielmehr kann der erste, eineinhalb Stunden dauernde Dienst als "zauberhafter Anfang mit allen Sinnen" bezeichnet werden:

  • Durch den Blick auf das Pfarrheim beim Durchgang durch die Pfarrgasse marktplatzverlassend findet man den Weg zum gewünschten Ziel unschwer. Viele weitere Eindrücke betreffen den Sehsinn nach dem Betreten und sind wohl nur ein Ausschnitt zahlreicher weiterer: der helle, freundliche Eingangsbereich, die stimmige Architektur im Inneren des Pfarrheimes, geschmackvolle Formen, Materialien und Farben in Bezug auf Einrichtung, Boden und Wände, wohlgeordnete Medien im Büchereiraum, Kunstwerke an den Wänden, ansprechende Beleuchtungskörper und herausragende Blickwinkel nach draußen, zahlreiche BibliotheksbesucherInnen, auf der Suche nach Medien oder nach Gesprächen
  • Beim bewussten Gehen merke ich das Kopfsteinpflaster, das gewissermaßen schon Teil des neuen Pfarrhof(vorplatze)s ist. Es mündet in den Eingangsbereich, das Gehgefühl wird anders, bleibt angenehm: Zunächst spürt man Fliesen, im Bibliotheksraum schließlich einen Boden mit einer anderen Oberfläche. Alles wirkt stimmig. So wie des Berühren der Buchrücken Meter für Meter entlang der Regale oder der Einsatz des Tastsinnes, um das Holzmöbilar zu "begreifen".
  • Ich beteilige mich während meines Dienstes an Gesprächen, manche nehme ich (aus der Ferne und teilweise auf anderes konzentriert) in erster Linie mit meinem Gehörsinn wahr, verspüre eine gewisse Freude, dass die neue Bücherei bereits ein Ort zum Verweilen, ein Ort des Gespräches, der Kommunikation und des Wohlfühlens ist. Bewusst höre ich auch das Herausnehmen und Zurückstellen von Büchern und zwei Jugendliche beim Brettspiel.
  • Während meines ersten Einsatzes entspricht vieles meinem Geschmack: die Architektur, die Innengestaltung des Pfarrheimes, viele Bücher und Zeitschriften, die Gespräche dort. Meine Tochter ist vor allem vom "Zuckerlautomaten" angetan, sie lernt eine ihr bisweilen unbekannte Süßigkeit kennen, der Geschmackssinn befindet sich in einem Ausnahmezustand.
  • Während beim Hin- und beim Nachhausegehen draußen herbstliche Luft zu riechen ist, meldet mir mein Geruchssinn im Gebäude vorrangig, dass alles ganz, ganz neu ist. Ob der Holzgeruch der Möbel und der Decke, der Geruch des Wandanstriches oder eine Mischung von allem vorherrschend ist, kann nicht bestimmt werden. Auch diese Wahrnehmung passt zum "Gesamtbild".

Der Zauber des Neuen ist mit allen Sinnen wahrnehmbar und wahrscheinlich sind es nur einige Facetten von einem Ganzen. Dass dieses Ganze mehr als gelungen ist und dass dieses pfarrliche Bauobjekt für den Ort und seine EinwohnerInnen etwas ganz Besonderes ist, behaupte ich nicht nur in der Rolle der Bibliotheksmitarbeiterin.

Judith Berlesreiter-Dangl

Bilder von diesem ersten Dienst findet ihr hier:

https://buechereineumarkt.bvoe.at/fotoalben

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Interview mit der Bibliotheksmitarbeiterin Renate Zarzer

Liebe Renate! 

Du arbeitest nun schon seit etlichen Jahren ehrenamtlich in der Öffentlichen Bücherei der Pfarre Neumarkt im Mühlkreis mit. Warum hast du dich dazu entschlossen, da mitzuhelfen?

Renate: Mir waren Bücher und das Lesen immer schon ein großes Anliegen. Außerdem wollte ich mich gerne in irgendeinem Bereich ehrenamtlich engagieren und da fragte mich eben Christian genau zum richtigen Zeitpunkt.

Was gefällt dir an der Arbeit besonders?

Renate: Mir gefällt am Büchereidienst der Kontakt zu verschiedenen Menschen und die vielen interessanten Gespräche. Auch im Team der Bücherei fühle ich mich sehr wohl und habe so viele nette Bekanntschaften geschlossen. Außerdem interessiere ich mich für Neuerscheinungen und natürlich auch für Kinderliteratur.

Warum glaubst du, kann sich die Bücherei "sehen lassen"? Was zeichnet diese aus? 

Renate: Unsere Bücherei kann sich in jeder Hinsicht sehen lassen, wir haben ein vielfältiges und aktuelles Angebot und der Raum (sowohl der jetzige provisorische als auch der zukünftige) lädt zum Schmökern, Verweilen und Reden ein.

Gibt es etwas, das verbesserungswürdig und ausbaufähig ist?

Renate: Verbesserungswürdig ... da fällt mir nichts ein.

Inwiefern hat "Corona" die Bibliothek "getroffen?

Renate: Durch Corona war auch die Bücherei längere Zeit geschlossen, leider konnten viele geplante Projekte nicht durchgeführt werden. Als die Bücherei wieder geöffnet hat, freute ich mich, dass uns so viele Leute vermisst haben.

Wie würdest du dein Leseverhalten beschreiben?

Renate: Ich lese hauptsächlich am Abend. Oft fallen mir dabei die Augen zu und manchmal brauche ich ziemlich lange für ein Buch. In den Ferien jedoch nehme ich mir sehr viel Zeit für das Lesen und verschlinge dann so manche Bücher.

Welche Bücher bzw. Gattungen bevorzugst du?

Renate: Bevorzugt lese ich Romane aller Art oder Menschenschicksale, am liebsten von österreichischen Autoren.

Welches Buch sollte man unbedingt gelesen haben?

Renate: Entweder „Roman ohne U“ von Judith Taschler oder „Die Älteste“ von Thomas Sautner.

Liebe Renate, vielen Dank für das Interview!

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Interview mit der Bibliotheksmitarbeiterin Susanne Punz

Liebe Susanne, du arbeitest nun seit fast fünf Jahren ehrenamtlich in der Öffentlichen Bücherei der Pfarre Neumarkt im Mühlkreis mit. Warum hast du dich dazu entschlossen, da mitzuhelfen?

Susanne: Ich lese schon immer sehr gerne. Als ich damals von Christian Diesenreither gefragt wurde, ob ich gerne mithelfen würde, war ich gerade in der Mutterkarenz mit meinen beiden Kindern daheim und freute mich auf diese Abwechslung.

Was gefällt dir an der Arbeit besonders?

Susanne: In der Heimatgemeinde ehrenamtlich tätig zu sein, finde ich sehr schön. Mit der Arbeit in der Spielgruppe und in der Bücherei habe ich einige frühere SchulkollegInnen und Bekannte wieder getroffen und neue Kontakte knüpfen können.

Warum glaubst du, kann sich die Bücherei "sehen lassen"?

Susanne: Unser neuer provisorischer Standort ist echt gelungen. Die Bücherei bietet nun eine sehr ansehnliche Mischung aus funktionalen, kreativen und gemütlichen Elementen, die zum Verweilen und Schmökern einladen.

Gibt es etwas, das verbesserungswürdig und ausbaufähig ist?

Susanne: Wir sind ein Team aus engagierten MitarbeiterInnen, das immer nach aktueller und von unseren LeserInnen gefragter Literatur Ausschau hält und so die Bibliothek immer wieder neu bestückt. Beim Ankauf der Bücher achten wir darauf, dass wir alle Altersgruppen gut mit Lesestoff versorgen.

Inwiefern hat "Corona" die Bibliothek "getroffen?

Susanne: Im Lockdown hatte auch die Bücherei geschlossen und danach haben wir uns natürlich auch an die Maßnahmen halten müssen. Die neuerlichen Verordnungen machen es manchen Menschen und somit manchen LeserInnen nicht einfach, am öffentlichen Leben teil zu nehmen. Wir freuen uns über alle, die uns (mit Maske) in der Bücherei besuchen.

Wie würdest du dein Leseverhalten beschreiben?

Susanne: Ich bin Mutter von zwei Kindern und arbeite in Teilzeit. Neben meinen Hobbies und dem Haushalt bleibt mir da nicht so viel Zeit zum Lesen, wie es mir manchmal lieb wäre. Dafür muss ich zugeben, dass ich sogar morgens mein Frühstück alleine, nur mit einem Buch, genieße und abends das Buch dem Fernseher vorziehe.

Welche Bücher bzw. Gattungen bevorzugst du?

Susanne: Ich lese immer abwechselnd ein Sachbuch (meistens zur positiven Lebensgestaltung) und einen Roman, dessen Genre sich abwechselt. In der Regel bevorzuge ich leichte Lesekost, manchmal nehme ich auch einen Krimi in die Hand.

Wie siehst du dem Herbst in Bezug auf das Lesen entgegen?

Susanne: Der Herbst bietet für mich mehr Zeit fürs Lesen, da die Gartenarbeit weniger wird und die Ernte nun verarbeitet ist. Außerdem sind meine Kinder wieder zeitiger im Bett. Für unsere großen und kleinen LeserInnen in der Bücherei bieten wir spannende und unterhaltsame Literatur, damit sie es sich an den längeren Abenden mit guten Büchern gemütlich machen können.

Liebe Susanne, vielen Dank für das Interview!

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Sommergespräch: Interview mit Christian Diesenreither

Nach seinem Urlaub und angesichts des sich dem Ende zuneigenden Sommers hat sich Christian Diesenreither etlichen Interviewfragen zu seinem "sommerlichen" Leseverhalten gestellt.

Lieber Christian, hast du diesen Sommer entsprechend zum Lesen genutzt?

Christian: Eigentlich lese ich täglich am Abend vor dem Einschlafen bzw. wenn ich mit den Öffis unterwegs bin. Heuer hatte ich im Juli und August drei Wochen lang Urlaub und mir fest vorgenommen, keinen Handgriff am Haus oder im Garten zu machen. Die ersten zwei Wochen waren wir zuhause und ich habe praktisch die ganze Zeit in der Hängematte bzw. in der Gartenliege mit einem Buch verbracht. Ich muss sagen, das war der erholsamste Urlaub seit langem.

Was hast du in den letzten Wochen bzw. Monaten gelesen?

Christian: Roman, Krimi und Sachbuch war alles dabei: „Dinner mit Edward“ von Isabel Vincent war sehr unterhaltsam, leider bekommt man zu jedem Kapitel einen Menüvorschlag und somit auch Lust, den Kühlschrank aufzusuchen. Weiters habe ich „Paradies“ von Ameli Fried gelesen -  eine Geschichte über fünf Frauen, sehr unterhaltsam und hätte mich eine Benutzerin der Bücherei nicht auf das Buch aufmerksam gemacht, hätte ich es vermutlich nicht gelesen. Auch habe ich „Vier durch Vier“ von Arne Dahl gelesen, es ist dies ein Krimi in Reinkultur, wie man es von dem Autor gewohnt ist. Gelesen habe ich noch vieles mehr und alle Geschichten haben mich immer wieder gedanklich eingeholt.

Haben die Werke deine Erwartungen (weitgehend) erfüllt?

Christian: Manche Bücher haben mich überrascht und weitgehend die Erwartungen erfüllt. Den Krimi „Schnee kommt“ von Bernhard Aichner habe ich nach hundert Seiten aufgehört zu lesen, er war mir zu langatmig und es kam keine Spannung auf, was man eigentlich von dem Autor gewohnt ist. Ich bin überhaupt der Meinung, man sollte ein Buch aufhören zu lesen, wenn es nach den ersten drei Kapiteln keine Bilder im Kopf erzeugt.

Was macht deines Erachtens ein "typisches Sommer-/bzw. Urlaubsbuch" aus?

Christian: Für mich gibt es kein typisches Buch für die sogenannte schönste Zeit des Jahres. Jedes Buch muss für mich sehr schnell stimmen, Gesichter und Orte in meinem Kopf erzeugen. Je schneller das eine Geschichte schafft, umso besser für mich.

Welche Medien aus der Öffentlichen Bücherei der Pfarre Neumarkt im Mühlkreis würdest du sofort weiterempfehlen?

Christian: Da gäbe es viele, erwähnenswert finde ich noch „Die Frau aus Oslo“ von Kjell Ola Dahl und „Der Gesang der Flusskrebse“ von Delia Owens, das sind wunderbare Geschichten. Das beeindruckendste Buch, welches ich in letzter Zeit gelesen habe, ist von Dominik Barta „Vom Land“, eine Geschichte von einer Mühlviertler Familie und ihren Problemen. Es hat mir wieder vor Augen geführt, wie glücklich ich mich schätzen kann, dass ich meinen Seelenverwandten gefunden habe und mit ihm zusammenleben darf.

Lieber Christian, vielen Dank für das tolle, ehrliche und mitreißende Interview. Ich wünsche dir und deiner Familie einen schönen Herbst und habe durch das Gespräch einige Buchempfehlungen erhalten!

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Mein erster Dienst in der "neuen" Bücherei

Neulich hatte ich an einem Dienstagabend Büchereidienst. Es war allerdings keiner wie jene zuvor - nein, er war in vielerlei Hinsicht anders. Ich weiß nicht, ob ich die Tatsache entsprechend in Worte verpacken kann - es ist vielmehr eine Stimmung, die die Zeit im "Ausweichquartier" der Bücherei und darüber hinaus ausmachte.

In den vergangenen Wochen hat Christian Diesenreither in vielen Arbeitsstunden sein Organisations-, Improvisations- und Handwerkstalent unter Beweis gestellt. Er war federführend bei der Gestaltung der kürzlich bezogenen Räumlichkeiten der Öffentlichen Bücherei der Pfarre Neumarkt im Mühlkreis, bereitete die Übersiedlungsaktion der Medien, bei der ein großer Teil des Teams mitanpackte, prima vor und organisierte vieles drumherum.

Ich finde, die Bücherei am Marktpatz 4, dem sogenannten Burgstaller-Haus, kann sich in Bezug auf mehrere Aspekte sehen lassen: Zum einen ist da die Tatsache, dass einem zentral gelegenen Haus, dessen Teil im Erdgeschoß leer stand, wieder Leben eingehaucht wird. Das kann als Form der Marktplatzbelebung betrachtet werden. Befindet man sich im Inneren des Gebäudes, also in der Bücherei, hat man das Gefühl, Teil des Marktplatzes, unmittelbar am "Geschehen" zu sein. Die Gestaltung und Belebung der Erdgeschoßräumlichkeit für Bibliothekszwecke scheint zum anderen dahingehend gelungen, dass bei der Erstellung und bei der Verwendung der Einrichtungsgegenstände relativ kostengünstig und mit Bedacht auf die Umwelt vorgegangen wurde - Altes wurde wiederverwendet, Gebrauchtes adaptiert. Mit viel Ideenreichtum, Geschick und ehrenamtlichem Engagement wurden zudem Elemente zum Verweilen geschaffen - ein Sitzbereich befindet sich direkt vorm Schaufenster, eine Hängeschaukel ebenso. Diese und Elemente wie ein Zuckerlautomat oder Kaffeemaschinen mit Möglichkeit zum Gebrauch sind neben den Gesprächen mit diversen BibliotheksbesucherInnen und -mitarbeiterInnen wohl für meine positive Gesamtstimmung in Bezug auf die meines Erachtens mehr als gelungenen Zwischenstation der Neumarkter Pfarrbücherei verantwortlich.

Judith Berlesreiter-Dangl